07.10.2020

Krallen- und Ballenpflege bei Haustieren

Die Pfoten unserer Haustiere müssen regelmässig kontrolliert und gepflegt werden. Ein besonderes Augenmerk ist dabei auf die Krallen und Ballen zu legen, da diese besonders empfindlich sind und im Alltag stark beansprucht werden.

Bei Katzen sind in erster Linie die Krallen zu pflegen. In der Regel wetzen sie diese von selbst regelmässig, weshalb Wohnungskatzen ein Kratzbrett oder -baum zur Verfügung stehen sollte. Reicht dies nicht aus, kann man dem Stubentiger die Krallen auch mit einer geeigneten Krallenzange oder Krallenschere schneiden – jedoch nur an den Vorderpfoten. Um Verletzungen der Blutgefässe zu vermeiden (erkennbar an der rosigen Färbung), wird nur der vorderste Bereich abgeschnitten. Für den Fall, dass man doch einmal aus Versehen in die Blutgefässe schneidet, sollte man stets Kompressen griffbereit haben, um die Blutung schnell stillen zu können. An dunklen Krallen gestaltet sich das Krallenschneiden etwas schwieriger, da die Blutgefässe weniger leicht erkennbar sind. Es ist deshalb wichtig, sehr vorsichtig, Millimeter für Millimeter vorzugehen. Katzenbesitzer, die sich das Krallenschneiden nicht zutrauen, können ihren Stubentiger dafür zum Tierarzt bringen. Für Katzen, die Möbel zerkratzen oder ihre Haut aufkratzen, gibt es Krallenkappen in unterschiedlichen Grössen und Farben. Sie können nach dem Schneiden an den Krallen angeklebt werden.

Bei Hunden sind nebst den Krallen – vor allem, wenn sie sie nicht ausreichend bei Spaziergängen abwetzen können – auch die Ballen zu pflegen. Es gibt eine Art Schuhe für Hunde sowie verschiedene andere Produkte, welche die Ballen bei intensiver Belastung und widrigen Bedingungen (Jagdsaison, Rennen, Wanderungen in den Bergen, Agility usw.) schützen. Eine Möglichkeit sind Imprägniersprays, die die Ballen schützen, sie widerstandsfähiger machen und die Hornhaut weich halten. Hunde, die an einer atopischen Dermatitis leiden, haben besonders empfindliche Ballen.  Sie neigen zu intensivem Belecken der Pfoten, bis diese rot werden. Beobachtet man dieses Verhalten bei seinem Vierbeiner, sollte man seinen Tierarzt zu Rate ziehen.

Auch bei allen anderen Haussäugetieren, wie Kaninchen oder Frettchen, darf die Pfotenpflege auf keinen Fall vernachlässigt werden. Mindestens einmal jährlich sollten die Krallen geschnitten werden, wobei wie beim Schneiden von Katzenkrallen vorzugehen ist. Die Pfoten von Kaninchen sollten regelmässig kontrolliert werden, insbesondere der Teil, der den Boden berührt. Da sie über keine Hornschicht verfügen, ist dieser Teil besonders empfindlich und anfällig für Krankheiten wie Pododermatitis (eine Entzündung im Zwischenzehenbereich, die Haarausfall und eine Hautirritation verursacht).

Unter Beachtung dieser Hinweise steht einer gesunden Pfotenpflege nichts mehr im Wege. Wer jedoch immer noch unsicher ist, kann aber auch seinen Tierarzt beim ersten Mal Krallenschneiden um Hilfe bitten.