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14.01.2021

Diabetes mellitus bei Hund und Katze

Wie wir Menschen können auch Tiere an Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit) leiden. Von Zuckerkrankheit spricht man deshalb, weil es sich um eine Störung in der Regulation des Blutzuckerspiegels handelt. Es ist wichtig, die Anzeichen für Diabetes zu erkennen, um ihn schnellstmöglich behandeln zu können.

 

Was ist Diabetes mellitus?

Der Körper braucht die Glukose, die bei der Verdauung von Kohlenhydraten entsteht, um zu funktionieren. Da zu viel Zucker im Blut jedoch schädlich oder sogar giftig sein kann, haben gewisse Hormone die Aufgabe, den Blutzuckerspiegel zu regulieren. Insulin etwa senkt den Blutzuckerspiegel, insbesondere nach dem Essen. Ein Insulinmangel oder eine mangelnde Wirkung des vorhandenen Insulins hat einen anormalen Anstieg des Blutzuckerspiegels zur Folge. Man spricht dann von Diabetes mellitus.

Bei Hunden und Katzen unterscheidet man drei Arten von Diabetes mellitus. Die erste betrifft vor allem Hunde und insbesondere unkastrierte Hündinnen. Manche Rassen, wie nordische Hunde, Pudel oder Retriever sind besonders anfällig dafür. Von der zweiten Art sind übergewichtige Katzen und insbesondere kastrierte männliche Wohnungskatzen betroffen. Die Burma-Katze hat eine Prädisposition für Diabetes. Die dritte Art tritt als Folge anderer Erkrankungen wie des Cushing-Syndroms auf.

Wie erkennt man Diabetes mellitus?

Ein von Diabetes betroffenes Tier neigt dazu, grössere Mengen an Futter zu fressen, aber gleichzeitig an Gewicht zu verlieren. Weitere Anzeichen sind vermehrtes Trinken und Urinieren. Auch weniger spezifische Symptome wie ein glanzloses Fell, Schuppen, Mattigkeit und Schwäche können auftreten. Aufgrund der geschwächten Abwehrkräfte des Körpers kann es zu Komplikationen wie Harnwegsinfekten kommen. Ein diabetischer Anfall kann mit Erbrechen, Bauchschmerzen und schnellem Atmen einhergehen und im schlimmsten Fall bis zum Koma führen. Bei einem solchen Notfall ist rasches Handeln angezeigt.

Allgemein sollte das Tier bei Krankheitsanzeichen schnell zum Tierarzt gebracht werden. Dieser kann Diabetes mittels einer klinischen Untersuchung und Blutuntersuchungen diagnostizieren.

Wie wird Diabetes mellitus behandelt?

Diabetes ist nicht heilbar, allerdings kann man die Krankheit unter Kontrolle bekommen. Die Diabetes-Therapie stützt sich dabei auf drei Säulen:

  1. Zweimal tägliche Insulingabe bei den Mahlzeiten, zu einer festen Uhrzeit.
  2. Umstellung der Ernährung: zuckerarmes Futter bei Hunden und proteinreiches Futter bei Katzen. Leckerlis sind tabu.
  3. Regelmässige körperliche Betätigung, damit das Tier auf ein gesundes Gewicht kommt oder es hält.

Regelmässige Kontrollen beim Tierarzt sind nötig, um die Insulindosis nach und nach anzupassen. Symptome wie Müdigkeit, Zittern, Gleichgewichtsstörungen, Orientierungslosigkeit oder Krämpfe können auf eine Hypoglykämie (Unterzuckerung) hindeuten. Ein Tierarzt sollte schnellstmöglich kontaktiert werden.

Die Lebenserwartung eines von Diabetes betroffenen Tiers ist nicht unbedingt niedriger als bei einem gesunden Tier, vorausgesetzt die Zuckerkrankheit wird richtig behandelt und das Tier regelmässig vom Tierarzt untersucht. Die Diabetes-Therapie verlangt dem Hunde- oder Katzenbesitzer einiges ab, nicht nur finanziell. Bei betroffenen Hunden ist ein Diabetes nie rückläufig, während dies bei 30 bis 50 % der frühzeitig behandelten Katzen mit Diabetes der Fall ist.